Mehr Respekt für die Entscheidung des Jugendrats

CDU kritisiert Umgang der SPD mit Jugendrats-Beschluss zum JUZ

Wie bei vielen langfristigen Vorhaben kann man auch bei der Standortfrage zum neuen Jugendzentrum geteilter Meinung sein – es gibt verschiedene Argumente, die für eine Beibehaltung des alten Standorts und für die Chancen an einem neuen Standort abgewogen werden müssen.

„Wir haben mit dem Jugendrat eine gewählte Vertretung für alle diejenigen, die das JUZ aktuell und zukünftig nutzen – diese wollen wir aktiv in den Prozess miteinbeziehen und ihre Meinung wertschätzen,“ so Stadtverordnetenvorsteherin Christiane Ludwig Paul. „Die Meinung und der Beschluss des Jugendrats sind für uns ein eminent wichtiger Baustein, um für das JUZ eine langfristige und vor allem moderne Lösung zu finden, die vor allem den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht wird,“ so CDU-Vorsitzender Alexander Löffelholz und CDU-Fraktionschef Ferdinand Koob. Allerdings empfinden die Lorscher Christdemokraten den Umgang der SPD mit der Entscheidung des Jugendrats als unangemessen und wenig sachdienlich.

Die SPD habe insbesondere kritisiert, dass hier Vertreter des Jugendrats entschieden hätten, die das bisherige JUZ wenig oder gar nicht genutzt hätten. „Anstatt sich zu fragen, warum die Resonanz des bestehenden JUZ sehr ausbaufähig ist und von vielen nicht genutzt wird, spricht die SPD diesen Jugendratsmitgliedern quasi eine fundierte Entscheidungsfähigkeit ab“, so Fraktionsvorsitzender Koob. „Nur weil einem die Entscheidung nicht passt, sollte man dem Jugendrat nicht die entsprechende Sachkompetenz absprechen – so funktioniert Beteiligung nicht,“ ergänzt CDU-Vorsitzender Löffelholz. Die CDU dagegen sei dankbar, dass hier engagierte junge Leute sich für Lorsch und die Zukunft der Kinder und Jugendlichen einsetzen. „Es gelte hier auch im Hinblick auf zukünftige Beteiligung dem Jugendrat den Rücken zu stärken“, so Parlamentsvorsteherin Ludwig-Paul weiter.

Mehrheit des Parlaments hat sich für Sanierung der Nibelungenhalle am bestehenden Standort ausgesprochen

Ebenso unverständlich ist es für die CDU, dass die Lorscher Sozialdemokraten sich anscheinend immer noch nicht mit dem mehrheitlich gefassten Parlamentsbeschluss zur Nibelungenhalle abfinden können. Schließlich seien bereits die Prozesse in Gang, um ein hohes Maß an Fördergeldern des Landes für die Sanierung am bestehenden Standort zu generieren. „Im Beteiligungsprozess zur Nibelungenhalle hat sich die überwältigende Mehrheit der beteiligten Vereine und Organisationen für eine Sanierung am bestehenden Standort ausgesprochen – und auch die Mehrheit des Parlaments hat sich dafür in einem sachlich fundierten Prozess ausgesprochen. In Anbetracht der baurechtlichen Situation würde ein Abriss mit Plan zum Neubau bedeuten, dass wir an diesem Standort keine Nibelungenhalle mehr haben würden – das mag vielleicht Ziel der SPD sein, die CDU will dies allerdings auf jeden Fall verhindern,“ so Koob und Löffelholz abschließend. Die Nibelungenhall lebe von ihrem zentrumsnahen Standort und solle zukünftig eine moderne und attraktive Veranstaltungsstätte für Lorsch bleiben.

Alexander Löffelholz, 04.02.2020

Quelle: Bild von Depositphotos